Ayurveda
Gurmukh Kaur Khalsa, die weltbekannte Kundalini Yogalehrerin, hat einmal (ungefähr) gesagt: „Die meisten Menschen haben gar kein Leben.“ Sie meinte damit, dass die meisten Menschen gar nicht wissen, wie sie sich selbst ein gutes Leben kreieren können, z.B. wie wir uns selbst durch gute Rituale selbst unterstützen können. Auch der US-amerikanische Coach Tony Robbins hat einmal (mit seiner ganz tiefen Stimme) bezüglich täglicher Meditation gesagt: „If you don’t have seven minutes a day you don’t have a life!“ Mein Yogalehrer Mark Whitwell hat zu diesen täglichen sieben Minuten sogar ein Buch geschrieben. In „The Promise“ widmet sich dem Versprechen der (Yoga-) Praxis, die gar nicht länger als sieben Minuten sein muss, wird sie täglich ausgeführt.
Es geht also um die tägliche Praxis, um Ordnung (Ayurveda ist eine Ordnungslehre) und (Tages-) Struktur, Zeit für sich selbst. Ich liebe Ordnung!
Bereits als junge Studentin habe ich mich für Ayurveda interessiert und auch ayurvedisch gekocht. Das Ayurveda-Buch von damals „Ayurveda für jeden Tag“ von Dr. med. Ernst Schrott habe ich sogar heute noch (was etwas heissen will nach meinen vielen Lebensbrüchen mit Geburten, Trennungen, Umzügen und Neuanfängen). Das Leben ist mir dann irgendwie dazwischen gekommen, geblieben ist die Yogapraxis. Das Kochen war immer da, aber nicht als Selfcare für mich, sondern als Sorge für die Familie, so wie ich es bereits in der Kindheit auf dem Bauernhof gelernt hatte.
Dass nun Ayurveda wieder in meinem Leben präsent ist, nach diesen ziemlich genau 28 intensiven Jahren Familie und Arbeit, jetzt wo die Kinder ausgezogen sind (ausser einem), ich das Yogastudio geschlossen habe, jetzt, wo ich mich manchmal frage, was noch kommt und wofür ich noch brenne, jetzt ist Ayurveda wieder da, wie eine liebevolle Umarmung, ein Ruf aus Indien, und scheint mir zuzuflüstern, sorge dich nicht um die Zukunft, sorge dich einfach um dich selbst und alles wird gut.
So ist mir Ayurveda zusammen mit Yoga und Meditation ein Halt in einer unsicheren Welt und Hoffnung auf ein gutes Alter, für das ich den Grundstein jetzt (noch) legen kann.
Sich (gut) um sich selbst zu kümmern, scheint mir in meiner jetzigen Lebensphase gerade das Klügste was ich tun kann – und nicht nur das, es sind heilige Rituale, Sacred Rituals, die durch den Alltag begleiten: sich einzuölen, für sich zu kochen, Wasser zu trinken – ist das, was Menschen immer getan haben, es ist ein Weg sich wohlwollend zu begegnen und sich selbst immer besser kennenzulernen. Geerdet das Bewusstsein erweitern! Denn, wer sich selbst freundlich begegnet, wird auch andern gegenüber freundlicher sein. „Verletzte Menschen verletzen Menschen!“ heisst es schliesslich (hurt people hurt people). Heilige Rituale zur Selbst-Erkenntnis. Sieben Minuten können ein Anfang sein, doch eigentlich ist das ganze uns geschenkte Leben heilig und jedes Ritual eine Möglichkeit dieses zu ehren!
«Without self-knowing life has no meaning at all.
If you do not know yourself
everything else has no value whatsoever.
So self-knowing is very important.
And Ayurveda is the science of self-knowing.
That’s education.»
Dr. Vasant Lad